Euroimmun verkleinert sich!

Was schreiben denn da die Lübecker Nachrichten?

Entlassungen, neue Struktur: Was hat der US-Eigner jetzt vor?

Betriebsversammlung in der Musik- und Kongresshalle Lübeck: Bis zu 550 Jobs weg – Kritik an Firmengründer Stöcker – „Jetzt wird halt aufgeräumt“
Von Marcus Stöcklin und Wolfram Hammer

„Der Medizin- und Labortechnik-Spezialist Euroimmun galt lange als Lübecker Vorzeige-Unternehmen. Doch jetzt wollen die US-amerikanischen Besitzer in der Firma offenbar aufräumen. So zumindest stellt es ein Insider dar. Offenbar hat der 79-jährige Gründer und langjährige Euroimmun-Patron Winfried Stöcker das Unternehmen jahrelang eigenwillig, aber nicht immer sehr wirtschaftlich geführt. 2018 hat er es für 1,2 Milliarden Euro an den US-amerikanischen Konzern PerkinElmer verkauft.
Bis zu 550 von 2150 Arbeitsplätzen in und um Lübeck sollen nun weggespart werden, schätzte der Betriebsrat auf einer Betriebsversammlung am Montag in der Lübecker MuK. Die Firmenleitung sprach von „Umstrukturierungen“, nennt das Konzept „NextLevel Euroimmun“. Man müsse die Firma besser auf Marktveränderungen abstimmen, effektiver machen, Entscheidungsprozesse straffen und Rollen und Verantwortlichkeiten klären, sagte Vorstandschef Dirk Beecker.
Ein leitender Angestellter hat dafür gegenüber den LN eine eindeutige Erklärung. Sie heißt: Winfried Stöcker. Der Firmenpatron habe die Firma jahrelang zu sehr aufgebläht. Habe es irgendwo Probleme gegeben, habe er einfach zusätzliches Personal eingestellt. Das habe dann nach neuen Lösungen gesucht. „Es entstanden so Abteilungen mit einem Abteilungsleiter und nur einem Angestellten.“ Dass das teuer war, habe Stöcker nicht geschreckt. „Dem war es egal, ob er am Jahresende 80 oder 100 Millionen Euro verdient hat.“ Und so pumpte Stöcker bei Bedarf offenbar einfach weiteres Geld in sein Ziehkind Euroimmun hinein.

Antwort Winfried Stöcker:

Werte Redaktion! Sie sollten sich schämen, so einen Blödsinn in Ihre Zeitung zu schreiben. Zu meiner Zeit hat sich das Geschäftsvolumen alle fünf Jahre verdoppelt, bis zuletzt. Und wir haben eine Publikation nach der anderen herausgebracht und ein Patent nach dem anderen. In unserer Branche war Euroimmun weltweiter Marktführer in der Laboratoriumsdiagnostik. Die Gebäude an allen Standorten wurden solide und geschmackvoll hergestellt oder restauriert und in den besten denkbaren Zustand gebracht. In jedem Büro lag ein Orientteppich. Es gab Kinderhort, Kindergärten und feine Restaurants. Jedes Jahr wurden in Lübeck zwei große Konzerte abgehalten, bei denen die Aktionäre und Mitarbeiter auf die ständigen Erfolge mit Champagner angestoßen haben. Bildhauerkurse für die Mitarbeiter wurden abgehalten, von Kunstprofessoren begleitet. Wir haben trotzdem ordentlich verdient, unser Aktienkurs ist in 15 Jahren von 10 Euro auf 800 Euro angestiegen, unter meiner Leitung sind 97 Aktionäre zu Millionären geworden. Das hätte nicht geklappt, wenn ich das Geld verschwendet hätte, wie ein Dummkopf in Ihrer Zeitung behauptet. Winfried Stöcker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert