Stromgewinnung aus Methanol oder Wasserstoff durch Elektrodialyse
Wir sind intensiv mit alternativen Energiequellen befasst. Unter anderem stehen wir in intensivem Kontakt mit dem Professor Gumpert aus Ingolstadt, der bei Audi den Vierradantrieb erfunden und entwickelt hat und jetzt die Anwendung des Methanols vorantreibt. Dabei wird Methanol nicht direkt im Motor verbrannt, wie früher bei manchen Rennautos (Oktanzahl 100), sondern in einem Transformer mittels Hitze und Katalysator zerlegt, indem Protonen selektiv durch eine Membran permeieren (Elektro-Dialyse). Die entstehende elektrische Spannung wird während des Fahrens zur Aufladung einer Batterie genutzt.
Da gibt es schon große LKWs, und auch einen kleinen Sportwagen, der demnächst in unserem Lübecker Flughafen stehen wird als Schauobjekt. Man kann auf jeder Tankstelle eine Zapfsäule für Methanol vorsehen und dort einen Benzintank umhabilitieren. Man braucht nach Gumpert keine schweren Batterien herumzukutschieren, deren Aufladung Stunden kostet und die im Parkhaus reihenweise entflammen, und spart Millionen Kilometer Stromkabel. Der Einwand, dass Methanol giftig sei, wie man bei indischen Hochzeiten sieht bzw. nicht mehr sieht, gilt ja auch für das Benzin. Und verschüttetes Methanol baut sich in der Natur weitaus schneller ab als langkettige Kohlenwasserstoffe.
Dass man heute in Peking und Schanghai bei schönem Wetter den Himmel wieder sehen kann und von unserer Hochhausfiliale in Peking vom 19. Stockwerk aus das 60 Kilometer ferne Gebirge, haben wir zwar den Elektroautos zu verdanken, allerdings ließe sich das mit unseren modernen Dieselmotoren genauso erreichen, bei denen die Luft sauberer aus dem Auspuff kommt, als sie von den Motoren eingeatmet wird.
Um Erfahrung zu sammeln, werden wir einen Notstrom-Container aufstellen, in dem die Akkumulatoren durch Methanol-basierte Elektrodialyse aufgeladen werden. Methanol kann man aus CO2 gewinnen, wo es anfällt: In Kraftwerken, Kalkwerken und in der Stahlproduktion. Das CO2 in die Erde zu verpressen, wie Prof. Vahrenholt es vorschlägt, ist nicht nötig und sicherlich auch nicht nachhaltig – irgendwann ist die Erde voll damit.
Mit Spezialisten aus Hamburg, wollen wir auf dem Gewerbepark unseres Lübecker Flughafens eine Drohne entwickeln, die mit Wasserstoff-Druckpatronen ausgerüstet ist und bei der ebenfalls durch Elektrodialyse Strom gewonnen wird. In einem Passagierflugzeug möchte ich keine schweren Wasserstoff-Druckflaschen sehen, obwohl man sich bei einer Bruchlandung die Feuerwehr sparen könnte, weil alle gleich tot sind. Allerdings wird von manchen behauptet, dass der Wasserstoff weniger gefährlich ist als Kerosin, weil er gleich nach oben entweicht, wenn die Patronen platzen, während Kerosin sich in der Umgebung ausbreitet und lange weiterbrennt.
Und natürlich muss man die Kernkraft wieder reaktivieren, dass sie wenigstens die Hälfte unseres Strombedarfs beisteuert. Deutschland hatte die sichersten Atomkraftwerke, die durch Mutwillen eingerissen wurden. Nach Brüssel sind voriges Jahr unsere grünen Idealisten nicht mit hingefahren, weil sie sich dort vor allen anderen Europäern blamiert hätten.
Winfried Stöcker